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<title>Systemtheorie des Rechts</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Systemtheorie des Rechts</span></h1>
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</div>
<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Die <b>Systemtheorie des Rechts</b> ist eine soziologische Theorie des <a href="Rechtssystem_(Soziologie)#Systemtheorie" title="Rechtssystem (Soziologie)">Rechtssystems</a>. Sie ist eine unter dem Einfluss der <a href="Soziologische_Systemtheorie" title="Soziologische Systemtheorie">soziologischen Systemtheorie</a> entstandene jüngere Entwicklung in der <a href="Rechtstheorie" title="Rechtstheorie">Rechtstheorie</a>, die das Verhältnis von Recht und Gesellschaft im Sinne einer gesellschaftstheoretischen Reflexion des Rechts untersucht.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Im Zusammenhang mit der <a href="Globalisierung" title="Globalisierung">Globalisierung</a> befasst sich die Systemtheorie des Rechts außerdem mit den verschiedenen staatlichen und nicht-staatlichen Rechtsordnungen in der Weltgesellschaft. Diese werden als Teile eines globalen Rechtssystems verstanden, in dem jede Teil-Rechtsordnung eine Regulierungsaufgabe erfüllt, die keine andere allein übernehmen kann und die in Wechselwirkung zueinander stehen.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Die Systemtheorie greift sowohl konzeptionell als auch begrifflich auf <a href="Kybernetik" title="Kybernetik">kybernetische</a> Modelle zurück sowie auf Modelle zur Beschreibung <a href="Biokybernetik" class="mw-redirect" title="Biokybernetik">biologischer Systeme</a>, die vor allem zur abstrakten Beschreibung von „<a href="Leben" title="Leben">Leben</a>“, vom <a href="Flie%C3%9Fgleichgewicht" title="Fließgleichgewicht">Fließgleichgewicht</a> beim <a href="Stoffwechsel" title="Stoffwechsel">Stoffwechsel</a> oder in <a href="%C3%96kologie" title="Ökologie">ökologischen Modellen</a> Verwendung gefunden haben.
</p><p>Die Hauptströmung charakterisieren die Konzepte von <a href="Niklas_Luhmann" title="Niklas Luhmann">Niklas Luhmann</a> und <a href="Gunther_Teubner" title="Gunther Teubner">Gunther Teubner</a>; es finden sich aber auch andere systemtheoretische Einflüsse. Weitere wichtige Beiträge kommen von <a href="Gralf-Peter_Calliess" title="Gralf-Peter Calliess">Gralf-Peter Calliess</a>, <a href="Andreas_Fischer-Lescano" title="Andreas Fischer-Lescano">Andreas Fischer-Lescano</a>, <a href="Werner_Krawietz" title="Werner Krawietz">Werner Krawietz</a>, <a href="Dan_Wielsch" title="Dan Wielsch">Dan Wielsch</a> und <a href="Thomas_Vesting" title="Thomas Vesting">Thomas Vesting</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Recht_als_soziales_System">Recht als soziales System</h2></div>
<p>Die Systemtheorie beobachtet ausnahmslos alles Beobachtbare (den Beobachter eingeschlossen) als <a href="System" title="System">Systeme</a> unterschiedlicher Größe, Struktur und Komplexität. Ein System ist konstituiert durch die Unterscheidung – die sog. <a href="Differenz_(Luhmann)" title="Differenz (Luhmann)">Leitdifferenz</a> – von System–Umwelt, d.&nbsp;h. von „innen“ und „außen“. Systeme reagieren nach den ihnen jeweils eigenen Strukturen auf die von ihnen rezipierten Umweltreize – d.&nbsp;h. <a href="Information" title="Information">Informationen</a> – mit einer Zustandsänderung ihrer selbst. Diese Zustandsänderung wiederum kann von einem anderen System (dessen Umwelt ja auch das vorgenannte System ist) als Umweltreiz/Information rezipiert werden und wird damit von diesem in eine Zustandsänderung umgesetzt.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Die jeweils eine Systemart ist notwendige Umwelt der jeweils anderen. Personen können nicht ohne soziale Systeme entstehen und bestehen, und das gleiche gilt umgekehrt.“<sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Diese „operationelle Geschlossenheit“ bei gleichzeitiger „informationeller Offenheit“ wird in der Tradition der <a href="Kybernetik" title="Kybernetik">Kybernetik</a> durch zwei Konzepte beschrieben: das der <a href="Autopoiesis" title="Autopoiesis">Autopoiesis</a> und das der <a href="Strukturelle_Kopplung" title="Strukturelle Kopplung">strukturellen Kopplung</a> (einen Spezialfall des letzteren benannte Luhmann die <a href="Interpenetration" title="Interpenetration">Interpenetration</a>).
</p><p>Demnach entsteht ein autopoietisches System dann und besteht nur so lange, wie <a href="Selbstreferenzialit%C3%A4t" title="Selbstreferenzialität">selbstreferenzielle</a> Operationen stattfinden; deren <a href="Emergenz" title="Emergenz">emergente</a> Strukturen <i>sind</i> das System. Beispiel: Gesellschaft besteht nur <i>in</i> der Kommunikation; vgl.: eine biologische Zelle besteht <i>im</i> Leben.
</p><p>Strukturell gekoppelt sind Systeme, wenn das eine System fähig ist, die Operation eines anderen Systems als Umweltreiz informationell wahrzunehmen. Beispiel: Das Gehör reagiert auf Schallwellen in der physikalischen Umwelt; Das Rechtssystem reagiert auf eine Person, die sich als „Kläger“ an es wendet.
</p><p>Die grundlegende Operation, die alle <i>gesellschaftlichen Systeme</i> von nicht-gesellschaftlicher Umwelt differenziert, ist <i><a href="Kommunikation_(Luhmann)" title="Kommunikation (Luhmann)">Kommunikation</a></i>, verstanden als Einheit von Mitteilung, Information (Sinngehalt) und <a href="Resonanz_(Luhmann)" title="Resonanz (Luhmann)">Verstehen</a>. Die Gesamtheit aller Kommunikationen ist systemtheoretisch „die Gesellschaft“.
</p>
<div class="Vorlage_Zitat" style="margin:1em 40px;">
<div style="margin:1em 0;"><blockquote style="margin:0;">
<p>„Kein Mensch kann kommunizieren (im Sinne von Kommunikation vollenden), ohne dadurch Gesellschaft zu konstituieren, aber das Gesellschaftssystem selbst ist (eben deshalb!) nicht kommunikationsfähig: Es kann keinen Adressaten außerhalb seiner selbst finden.“<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
</blockquote>
</div></div>
<p>Die Systemtheorie des Rechts erfasst das Rechtssystem als Gesamtheit aller <i>rechtlichen Kommunikationen</i>, also aller Kommunikationen, die der Leitdifferenz „rechtmäßig – nicht-rechtmäßig“ folgen (d. i. Kommunikation, die <a href="Rechtsgeltung" title="Rechtsgeltung">Rechtsgeltung</a> postuliert).
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Autopoiesis_des_Rechtssystems">Autopoiesis des Rechtssystems</h2></div>
<p>Das Recht wird danach als Subsystem der Gesellschaft neben anderen Subsystemen wie Wirtschaft, Politik, Erziehung, Religion etc. verstanden, die sich anhand einer spezifischen Funktion für die Gesellschaft <a href="Funktionale_Differenzierung" title="Funktionale Differenzierung">historisch ausdifferenziert</a> haben, d.&nbsp;h. sich in ihren Operationen gegenüber anderen Systemen verselbstständigt haben.
</p><p>Autopoiesis des Rechts bedeutet, dass keine rechtliche Information ihre <a href="Normativit%C3%A4t" class="mw-redirect" title="Normativität">Normativität</a> aus der Umwelt beziehen kann, sondern <a href="Rechtsgeltung" title="Rechtsgeltung">Geltung</a> immer nur von Rechtskommunikation zu Rechtskommunikation weitergegeben werden kann. Dieser <a href="Selbstreferenzialit%C3%A4t" title="Selbstreferenzialität">selbstreferentielle</a> Verweis erfolgt in den Strukturen des konkreten Rechtssystems über Rechtstexte, Rechtsdiskussionen, juristische Literatur und Konventionen etc. Diese Strukturen wurden wiederum selbst durch Rechtsoperationen hergestellt, in dem sie erlassen, geschrieben, angewandt, kommentiert, erinnert, vergessen, bestritten, interpretiert, reformiert, abgeschafft, neuformuliert etc. worden sind.
Rechtsstruktur und Rechtsoperation stehen also in einem zirkulären Referenzzusammenhang und produzieren sich gegenseitig. In diesem Sinn „erhält sich das System selbst“.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Strukturelle_Kopplungen_des_Rechtssystems">Strukturelle Kopplungen des Rechtssystems</h2></div>
<p>Diese operationelle Abgeschlossenheit bedeutet aber nicht, dass sich das Rechtssystem „los&nbsp;löst“ von den Akteuren (Betroffene, Juristen, Politiker etc.). Im Gegenteil ist seine Existenz bedingt durch die informationelle Offenheit gegenüber dieser Umwelt. So werden erst durch das wechselseitige Bestehen der Systeme „Person“ und „Rechtssystem“ überhaupt Rechtsoperationen (Klagen, Beantragen, Schreiben eines juristischen Lehrbuchs etc.) und damit als emergente Struktur Recht möglich. Auch das individuelle <a href="Gewissen" title="Gewissen">Gewissen</a> (ein Subsystem der Psyche) hat also in der Systemtheorie einen (eigenen) Platz.
</p><p>Andere gesellschaftliche Systeme wie etwa <a href="Politik" title="Politik">Politik</a>, <a href="Wirtschaft" title="Wirtschaft">Wirtschaft</a>, <a href="Wissenschaft" title="Wissenschaft">Wissenschaft</a>, <a href="Moral" title="Moral">Moral</a> etc. weisen strukturelle Kopplungen mit dem Recht auf. Beispielsweise ist im Verfassungsrechtssystem die Politik vermittels eines Parlaments als <a href="Gesetzgeber" class="mw-redirect" title="Gesetzgeber">Gesetzgeber</a> an das Rechtssystem strukturell gekoppelt.
Ein weiteres Beispiel wäre das Wirtschaftssystem, das beim Tauschakt am <a href="Markt" title="Markt">Markt</a> strukturell an den Kaufakt im Zivilrechtssystem gekoppelt ist. Und im Gerichtssaal, in dem Anwälte und/oder Richter mit dem „Banner der <a href="Gerechtigkeit" title="Gerechtigkeit">Gerechtigkeit</a>“ argumentieren, ist das Rechtssystem mit der Moral strukturell gekoppelt.
</p><p>Luhmann bezeichnet gewisse strukturelle Kopplungen als <a href="Interpenetration" title="Interpenetration">Interpenetration</a> von Systemen, wenn die Kopplung aus einer Gleichursprünglichkeit der Systeme entstanden ist: Zum Beispiel haben sich Staat und Kirche erst mit Beginn der Neuzeit als Unterschiedenes ausdifferenziert. Bis heute weiter bestehende Kopplungen (z. B. das <a href="Staatskirchenrecht" title="Staatskirchenrecht">Staatskirchenrecht</a>) sind daher Interpenetrationen von Recht und Religion.
</p><p>Dabei erfüllen die strukturellen Kopplungen die Aufgabe, <a href="Komplexit%C3%A4tsreduktion" title="Komplexitätsreduktion">Komplexität</a> in reduzierter Form anderen Systemen zur Verfügung zu stellen. Diese Art der „Arbeitsteilung“ ermöglicht erst die Entwicklung hochkomplexer Systeme aus einer Vielzahl einfachkomplexer Systeme.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Funktion_des_Rechts">Funktion des Rechts</h2></div>
<p>Eine <a href="Komplexit%C3%A4t#Gesellschaft" title="Komplexität">komplexe</a> <a href="Offene_Gesellschaft" title="Offene Gesellschaft">offene</a> Gesellschaft eröffnet dem einzelnen eine Vielzahl von Handlungsalternativen. Zur Aufrechterhaltung einer funktionierenden Gesamtgesellschaft bedarf es daher vorhersehbarer, bindender Verhaltensgrundsätze. Diese Leistung erbringt ein darauf spezialisiertes Teilsystem der Politik, nämlich das <a href="Rechtssystem_(Soziologie)" title="Rechtssystem (Soziologie)">Rechtssystem</a>. Nach Luhmann ist das Rechtssystem ein dem politischen nachgeschaltetes System mit der Funktion der Legitimation und Durchsetzung der im politischen System im Wege der Gesetzgebung erarbeiteten generellen Entscheidungen und der Absorption von Konflikten, die in einzelnen Gerichtsverfahren verbindlich entschieden werden.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Luhmann weist dem Recht somit einen <i>teleologischen</i> Eigenzweck (Stabilisierung) zu.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Funktion des Rechts ist, bei rechtlichen Fragen zu unterscheiden, ob es sich um Recht oder Unrecht handelt<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> und damit <a href="Kontingenz_(Soziologie)#Kontingenzbewältigung" title="Kontingenz (Soziologie)">Kontingenz</a> zu koordinieren und zu bewältigen.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Das Recht gewährleistet damit persönliche Freiheit und schränkt sie zugleich zugunsten aller wieder ein.<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Kritik_an_der_Systemtheorie">Kritik an der Systemtheorie</h2></div>
<p>Ein Kritikpunkt, der gegen das Recht als reines Kommunikationssystem erhoben wird, geht dahin, dass diese Theorie im Widerspruch zur sozialen Wirklichkeit nur Kommunikationsströme als Systemelemente akzeptiere und damit für Akteure und ihre Handlungen keinen Platz habe. Rechtliche Kommunikation könne nur auf solchen Systemoperationen aufbauen, die schon zum System gehörten (<a href="Systemtheorie_(Luhmann)#Geschlossenheit_der_Operationen" title="Systemtheorie (Luhmann)">operative Geschlossenheit</a>). Sie reagiere nicht auf Kommunikationen, die einem anderen System angehöre, z.&nbsp;B. Bestechungsgeld<sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> oder <a href="Lobbyismus" title="Lobbyismus">Lobbyismus</a>. Die These von der autopoietischen Eigenständigkeit des Rechtssystems müsse zugunsten seiner politischen Fundierung aufgegeben werden.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>
Die Annahme der <a href="Autopoiesis" title="Autopoiesis">Autopoiesis</a> bedeute zudem einen <a href="Zirkelschluss" title="Zirkelschluss">Kreisprozess</a>, der eine Letztbegründung des Rechts unmöglich mache. Recht könne sich danach nur unter Verweis auf sich selbst legitimieren. Dieses Manko versucht <a href="J%C3%BCrgen_Habermas" title="Jürgen Habermas">Jürgen Habermas</a> mit der <a href="Diskurstheorie_des_Rechts" title="Diskurstheorie des Rechts">Diskurstheorie des Rechts</a> zu überwinden.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup></p><p>Die Systemtheorie leugne sowohl die historische Entwicklung des Rechts als auch seine Bezüge zum überpositiven <a href="Naturrecht" title="Naturrecht">Naturrecht</a>, etwa in der <a href="Pr%C3%A4ambel_des_Grundgesetzes_f%C3%BCr_die_Bundesrepublik_Deutschland" title="Präambel des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland">Präambel des Grundgesetzes</a> oder der <a href="Radbruch%E2%80%99sche_Formel" class="mw-redirect" title="Radbruch’sche Formel">Radbruch’schen Formel</a>.
</p><p><a href="Gunther_Teubner" title="Gunther Teubner">Gunther Teubner</a> und <a href="Helmut_Willke" title="Helmut Willke">Helmut Willke</a> leiten aus Luhmanns Idee der autopoietischen Geschlossenheit sozialer Systeme die Unfähigkeit der Politik und des Rechts zur Steuerung der anderen Funktionssysteme der Gesellschaft, insbesondere der Wirtschaft, ab.<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die Steuerungsfähigkeit des Rechts wird auch angesichts zunehmender gesellschaftlicher <a href="Komplexit%C3%A4t#Gesellschaft" title="Komplexität">Komplexität</a>, einer Kritik der Staatsaufgaben (<a href="Deregulierung" title="Deregulierung">Deregulierung</a>) sowie im Hinblick auf die Gewährleistung <a href="Innere_Sicherheit" title="Innere Sicherheit">innerer Sicherheit</a> in Frage gestellt.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Laut <a href="Klaus_F._R%C3%B6hl" title="Klaus F. Röhl">Klaus F. Röhl</a> verdunkele der systemtheoretische Sprachstil die Zusammenhänge eher als sie zu erhellen. Daraus wüchsen gelegentlich <a href="Stilbl%C3%BCte" title="Stilblüte">Stilblüten</a>, die als Zitat ohne Kontext für eine Satire gut seien.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Anthony D’Amato: <i>International Law as an Autopoetic System.</i> In: Rüdiger Wolfrum, Volker Röben (Hrsg.): <i>Developments of International Law in Treaty Making.</i> Springer, Berlin / Heidelberg / New York 2005, ISBN 3-540-25299-1, S. 335–399.</li>
<li>Reinhard Damm: <i>Systemtheorie und Recht. Zur Normentheorie Talcott Parsons’.</i> Duncker und Humblot, Berlin 1976, ISBN 3-428-03621-2.</li>
<li>Thomas Huber: <i>Systemtheorie des Rechts. Die Rechtstheorie Niklas Luhmanns.</i> Nomos, Baden-Baden 2007, ISBN 978-3-8329-2483-6.</li>
<li>Niklas Luhmann: <i>Die Einheit des Rechtssystems.</i> In: <i>Rechtstheorie</i> 1983, 129.</li>
<li>Niklas Luhmann: <i>Die Codierung des Rechtssystems</i>. In: <i>Rechtstheorie</i> 1986, 171.</li>
<li>Niklas Luhmann: <i>Das Recht der Gesellschaft.</i> Suhrkamp, Frankfurt am Main 1995, ISBN 3-518-28783-4.</li>
<li>Kolja Möller: <cite style="font-style:italic">Systemtheorie des Rechts: Teubner und Luhmann</cite>. In: <a href="Sonja_Buckel" title="Sonja Buckel">Sonja Buckel</a>, Ralph Christensen, <a href="Andreas_Fischer-Lescano" title="Andreas Fischer-Lescano">Andreas Fischer-Lescano</a> (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">Neue Theorien des Rechts</cite>. 3. Auflage. Mohr Siebeck (utb), Tübingen 2020, ISBN 978-3-8252-5325-7, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>47–65</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Systemtheorie+des+Rechts&amp;rft.atitle=Systemtheorie+des+Rechts%3A+Teubner+und+Luhmann&amp;rft.au=Kolja+M%C3%B6ller&amp;rft.btitle=Neue+Theorien+des+Rechts&amp;rft.date=2020&amp;rft.edition=3.&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783825253257&amp;rft.pages=47-65&amp;rft.place=T%C3%BCbingen&amp;rft.pub=Mohr+Siebeck+%28utb%29" style="display:none">&nbsp;</span> – Erste Auflage: Gralf-Peter Calliess: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.jura.uni-frankfurt.de/42829400/calliess_systemtheorie.pdf"><i>Systemtheorie: Luhmann/Teubner.</i></a> In: <a href="Sonja_Buckel" title="Sonja Buckel">Sonja Buckel</a>, Ralf Christensen, <a href="Andreas_Fischer-Lescano" title="Andreas Fischer-Lescano">Andreas Fischer-Lescano</a> (Hrsg.): <i>Neue Theorien des Rechts.</i> Lucius und Lucius, Stuttgart 2006, ISBN 3-8282-0331-0, S. 57–75</li>
<li>Gunther Teubner: <i>Recht als autopoietisches System.</i> Suhrkamp, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-518-57982-7.</li>
<li>Gunther Teubner: <i>Globale Bukowina. Zur Emergenz eines transnationalen Rechtspluralismus.</i> In: <i>Rechtshistorisches Journal.</i> 15 (1996), S. 255–290.</li>
<li>Thomas Vesting: <i>Kein Anfang und kein Ende. Die Systemtheorie des Rechts als Herausforderung für Rechtswissenschaft und Rechtsdogmatik.</i> In: <i>Jura.</i> 2001, S. 299–305.</li>
<li>Thomas Vesting: <cite style="font-style:italic">§ 4: System II (Luhmann)</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Rechtstheorie</cite>. C.H.Beck, München 2007, ISBN 978-3-406-56326-3, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em">&nbsp;</span>57–76</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&amp;rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&amp;rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Systemtheorie+des+Rechts&amp;rft.atitle=%C2%A7+4%3A+System+II+%28Luhmann%29&amp;rft.au=Thomas+Vesting&amp;rft.btitle=Rechtstheorie&amp;rft.date=2007&amp;rft.genre=book&amp;rft.isbn=9783406563263&amp;rft.pages=57-76&amp;rft.place=M%C3%BCnchen&amp;rft.pub=C.H.Beck" style="display:none">&nbsp;</span></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a href="Klaus_Eder_(Soziologe)" title="Klaus Eder (Soziologe)">Klaus Eder</a>: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.ssoar.info/ssoar/bitstream/handle/document/1538/ssoar-zrechtssoz-1987-2-eder-die_autoritat_des_rechts.pdf?sequence=1"><i>Die Autorität des Rechts&nbsp;: eine soziale Kritik prozeduraler Rationalität</i></a> Zeitschrift für Rechtssoziologie 1987, S. 193–230</li>
<li>Samuel Klaus: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.samuelklaus.ch/pdf/07-05_SKlaus_DeRegulierung_Begriffsanalyse.pdf"><i>De- / Regulierung. Eine juristische Begriffsanalyse unter Einbezug der Systemtheorie</i></a> Norderstedt, 2007, ISBN 978-3-8334-9272-3</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Jochen Bung: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-476-05309-1_40?no-access=true"><i>Systemtheorie des Rechts</i></a> in: <a href="Eric_Hilgendorf" title="Eric Hilgendorf">Eric Hilgendorf</a>, <a href="Jan_C._Joerden" title="Jan C. Joerden">Jan C. Joerden</a> (Hrsg.) <i>Handbuch Rechtsphilosophie</i>. J.B. Metzler, Stuttgart 2017, S. 264–270</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Lars Viellechner: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.zaoerv.de/75_2015/75_2015_1_a_233_258.pdf"><i>Verfassung als Chiffre. Zur Konvergenz von konstitutionalistischen und pluralistischen Perspektiven auf die Globalisierung des Rechts</i></a> <a href="Zeitschrift_f%C3%BCr_ausl%C3%A4ndisches_%C3%B6ffentliches_Recht_und_V%C3%B6lkerrecht" title="Zeitschrift für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht">ZaöRV</a> 2015, S. 233, 250 ff.</span>
</li>
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